
Friedrich Hölderlin
Doe’t ik lytsjonge wie…
Doe’t ik lytsjonge wie,
rêde in god my faak
fan ’t geraas en de roede der minsken,
doe boart’ ik feilich en goed
mei de blommen fan ’t fjild,
en de koeltsjes fan it swurk
boarten mei my.
En sa’tsto planten
it hert ferblidest,
wannear’t se nei dy ta
de teare earms útstrekke,
Sa hast myn hert ferblide,
heit Hêlios! en allyk Endymiôn
wie ik dyn leafste,
hillige Luna.
O al jim trouwe
freonlike goaden!
dat jim wisten,
hoe’t jim doch myn siele leafhie!
Ek al rôp ik doe noch net
jim by namme, ek jim
hjitten my nea, sa’t de minsken har neame,
lykas koene s’ elkoar.
Dochs koe ik jim better,
as ik oait de minsken kend haw;
’k ferstie de stilte fan de Aithêr,
minskene wurden ferstie ik nea.
Grut brocht my it swietlûd
fan ’t sûzeljend bosk
en leavjen leard’ ik
tusken ’e blommen.
By goaden oan ’e earm groeid’ ik op.
(oersetting: André Looijenga)
*
Friedrich Hölderlin
Da ich ein Knabe war…
Da ich ein Knabe war,
Rettet’ ein Gott mich oft
Vom Geschrei und der Ruthe der Menschen,
Da spielt’ ich sicher und gut
Mit den Blumen des Hains,
Und die Lüftchen des Himmels
Spielten mit mir.
Und wie du das Herz
Der Pflanzen erfreust,
Wenn sie entgegen dir
Die zarten Arme streken,
So hast du mein Herz erfreut
Vater Helios! und, wie Endymion,
War ich dein Liebling,
Heilige Luna!
Oh all ihr treuen
Freundlichen Götter!
Daß ihr wüßtet,
Wie euch meine Seele geliebt!
Zwar damals rieff ich noch nicht
Euch mit Nahmen, auch ihr
Nanntet mich nie, wie die Menschen sich nennen
Als kennten sie sich.
Doch kannt’ ich euch besser,
Als ich je die Menschen gekannt,
Ich verstand die Stille des Aethers
Der Menschen Worte verstand ich nie.
Mich erzog der Wohllaut
Des säuselnden Hains
Und lieben lernt’ ich
Unter den Blumen.
Im Arme der Götter wuchs ich groß.